Dickmanns 1994e, Kurzfassung: Ein leistungsfaehiger Gesichtssinn für ein breites Spektrum von Fahrzeugen, mit denen sich diese (auch im Rahmen der zu erwartenden laengerfristigen Entwicklung) hinreichend gut in der Umwelt orientieren koennen, umfasst die folgenden Charakteristika; diese haben sich in ueber einem Jahrzehnt der praktischen Entwicklung von dynamisch sehenden Fahrzeugen [Dickmanns 92, 94] als besonders wichtig herausgesteilt, um sich selbstaetig sicher und angemessen bewegen bzw. den Menschen bei dieser Aufgabe qualifiziert unterstuetzen zu konnen: 1. Grosser (horizontaler) Sichtbereich (z.B. > 110°), um im Nahbereich in Bewegungsrichtung des Fahrzeugs einen moeglichst grossen Raumbereich einsehen, sowie bei Drehung der Blickachse zur Seite gleichzeitig nach vorn und zur Seite sehen zu koennen; 2. hohe Ortsaufloesung in einem Fernbereich von besonderem Interesse, um Objekte fruehzeitig (mit hinreichend grosser verbleibender Reaktionszeit) sicher erkennen zu koennen: bei einer Eigengeschwindigkeit von 130 km/h (Richtgeschw. auf Autobahnen, ca. 36 m/s) sollte die Vorausschauentfernung mindestens 200 m betragen, um vor einem statischen Hindernis noch sicher anhalten zu koennen. Will man in dieser Entfernung eine uebliche Fahrspur-Begrenzungslinie von gut 10 cm Breite noch sicher erkennen, erfordert dies eine Breite von 5 cm pro Bildpunkt, d.h. eine Winkelaufloesung von 0.25 milliradian (mrad). Bei 640 Bildpunkten pro Zeile in einem Fernsehbild ergibt sich damit ein Sichtbereich von ca. 9° pro Kamera, d.h. zur Ueberdeckung des unter 1. geforderten Sichtbereiches werden 12 Kameras benoetigt, wobei der vertikale Sichtbereich bei der derzeitigen Fernsehnorm knapp 7° betragen wuerde (Seitenverhaeltnis 3:4); bei geforderten 20° vertikalem Sichtbereich ergeben sich 36 Kameras, die in drei Reihen uebereinander faecherfoermig angeordnet sein muessten.
   Zur Reduktion des Datenstromes ist eine bi- oder multifokale Auslegung mit je einer Kamera fuer ineinander geschachtelte, unterschiedlich hoch aufgeloeste Sichtbereiche von Vorteil, wobei eine Blickrichtungssteuerung den hochaufloesenden Bereich schnell an jeden Ort drehen kann, der im schlechter aufgeloesten Bereich als moeglicherweise interessant erkannt wurde (sakkadisches Sehen wie bei Lebewesen); im hochaufgeloesten Bereich liegen damit parallel rnehrere, von unabhaengigen Sensoren gewonnene Aufloesungsebenen vor, die zur Steigerung der Effizienz der Auswertung genutzt werden koennen.